Investition in die Wasserqualität
Die Berliner Wasserbetriebe investieren 2,5 Mio. € inklusive Mehrwertsteuer in eine UV-Desinfektion, mit deren Bau im Klärwerk Ruhleben begonnen wurde. Keime und Bakterien, die bislang mechanischen und biologischen Reinigungsverfahren durch die Lappen gehen, sollen keine Chance haben. Badevergnügen und Freizeitspaß in den sich an Spree und Havel anschließenden Gewässern bleiben somit ungetrübt. Geht die Desinfektion am Klärwerksablauf von Ruhleben wie geplant im April kommenden Jahres in den Betrieb, kann in den Sommermonaten zusätzlich keimfreies Klarwasser in die Spree abgeleitet werden.
„Ungelöste und biologisch abbaubare gelöste Schmutzstoffe halten wir zu
95 Prozent zurück. Das ist viel. Für uns jedoch nicht genug. Im Vordergrund steht die Sicherung der Wasserqualität. Wir nehmen uns in Ruhleben vor, den strengen Qualitätsanforderungen der Badegewässerverordnung des Landes Berlin gerecht zu werden“, sagt Vorstand Technik, Dr. Georg Grunwald zum Baubeginn der UV Desinfektionsanlage im Klärwerk Ruhleben.
Hintergrund
Mit einer Klärwerkskapazität von 240.000 m³/d ist das Klärwerk Ruhleben unter den sechs Berliner Klärwerken das größte und einzige innerstädtische der Berliner Wasserbetriebe. Aus dem biologisch und mechanisch gereinigten Abwasser werden 95 Prozent aller ungelösten und biologisch abbaubar gelösten Schmutzstoffe entfernt. Nach dem Reinigungsprozess wird das so genannte Klarwasser in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt.
In Ruhleben geschieht dies im Winter vollständig in die Spree. In den Sommer- monaten teilt sich der Klarwasserstrom: Bei Trockenwetter pumpt das Klarwasserpumpwerk einen Teil des gereinigten Abwassers in den Teltowkanal.
Ein zweiter Teilstrom fließt bislang auf das Rieselfeld Karolinenenhöhe. Regnet es, wird die Menge in die Spree abgeschlagen, die die Trockenwetterspitze im Klärwerkszulauf von 4,0 m³/s übersteigt.
Die Senatsverwaltung von Berlin hat die Genehmigung für die Aufleitung von gereinigtem Abwasser auf dem Rieselfeld Karolinenhöhe nicht verlängert.
Um das gereinigte Abwasser unbedenklich in die Spree abzuleiten, wird die UV-Bestrahlungsanlage den Teilstrom von maximal 1,0 m³/s bakteriell entkeimen und desinfizieren.
Technischer Hintergrund
Der Planungs- und Realisierungszeitraum für die Desinfektionsanlage beträgt eineinhalb Jahre. Die Anlage soll am 01.04.2011 in Betrieb gehen. Die Aufstellung der UV-Anlage erfolgt in der Spreeableiterstrecke im Klärwerk Ruhleben.
Die Anlage ist mit Niederdruckstrahlern als Offenkanalanlage in einem Bestrahlungsgerinne ausgestattet. Sie wird im Sommerhalbjahr betrieben und
im Winterhalbjahr außer Betrieb genommen.
Die für die Desinfektionswirkung benötigte Energie der Anlage ist im Wesentlichen von der UV-Sensitivität der Organismen und der Transmission (Maß für die Durchlässigkeit von UV-Strahlung) abhängig. Das Desinfektionsgebäude besteht
aus dem Desinfektionsraum mit Desinfektionsgerinne und dem Bestrahlungssystem sowie einem E-Schaltraum. Der Anlagenablauf erfolgt über ein Regelwehr in ein Tosbecken und den Ableiterleitungen in die Spree. Die Reinigungsleistung entspricht den Qualitätsanforderungen der Badegewässerverordnung des Landes Berlin.
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2010