Sommerwetter und neues Tarifsystem stabilisieren Wasserabsatz
Das vergleichsweise schöne Sommerwetter 2008 hat die Wasserförderung der Berliner Wasserbetriebe gegen den langjährigen Trend stetigen Rückgangs leicht um 1,5 Mio. m³ bzw. um 0,75 % auf 201,1 Mio. m³ steigen lassen. Wie das Unternehmen bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2008 weiter mitteilte, sank die gereinigte Abwassermenge aus Berlin zugleich um 5,1 Mio. m³ bzw. 2,2 % auf 228,0 Mio. m³. Der Umsatz wuchs von 1.117,2 Mio. €. ebenfalls leicht um 50,9 Mio. € bzw. 4,6 % auf 1.168,1 Mio. €. Das operative Betriebsergebnis lag bei 383,4 Mio. € und verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 11,3 % bzw. 39,1 Mio. €. Der Jahresüberschuss betrug 140,0 Mio. € gegenüber 177,0 Mio. € im Jahr zuvor.
Die durchschnittlich pro Kopf für private Zwecke genutzte Wassermenge stagnierte bei 111 Litern am Tag. Damit hat 2008 im Durchschnitt jeder Berliner 18,52 € monatlich für Trink- und Schmutz- und Niederschlagswasser aufgewendet, 34 Cent mehr als 2007.
Wesentliche technische Strategien erarbeitet: Bis zu 3,4 Mrd. € Investitionen bis 2020
Die Investitionen in die Infrastruktur und Anlagen lagen mit 269,2 Mio. € um 1,5 Mio. € unter denen des Vorjahres. Davon waren 232,9 Mio. € (2007: 238,6 Mio. €) eigenfinanziert. Erneut flossen zwei Drittel dem Bereich Entwässerung zu. Die Rohr- und Kanalnetze wuchsen per Saldo um 94 km auf 18.540 km, wobei 161 km neu gebaut bzw. erneuert worden sind. Dies trug dazu bei, dass es lediglich zu 691 Wasserrohrbrüchen kam. Das sind zwar 33 mehr als 2007, aber 237 weniger als 2006.
2008 sind drei wesentliche technische Strategien erarbeitet worden: Das mit dem Land Berlin vereinbarte Wasserversorgungskonzept 2040, das verschiedenste Umwelt- und Bevölkerungsszenarien einbezieht und den Neubau des Wasserwerks Johannisthal als zehntem Werksstandort vorsieht. Zudem hat der Aufsichtsrat Investitionsstrategien für die Bereiche Wasser und Abwasser gebilligt: Bis 2020 sollen bis zu 3,4 Mrd. € in die Werke und Netze fließen, der Löwenanteil von bis zu rund 2,4 Mrd. € in den Bereich Abwasser und dort vor allem in die Sanierung der Kanalisation und in die Steigerung der Reinigungsleistung der Klärwerke. Mehr als 80 % des Beschaffungsvolumens der Wasserbetriebe wurde und wird an Firmen in Berlin und Brandenburg beauftragt.
Die Mitarbeiterzahl ging 2008 um 84 auf 4.802 zurück, die Zahl der Personenjahre (PJ) in Folge der hohen Teilzeitquote um 218 auf 4.035 PJ. Insgesamt wurden 392 Jugendliche in einem von 19 Berufen und vier Studiengängen ausgebildet. Die Ausbildungsquote beträgt 9,7 % bezogen auf die PJ und ist damit nicht nur in Berlin führend.
Berlins größte Solaranlage wächst auf das Dreifache/Zwei Windräder in Prüfung
Auf Grund des guten Ergebnisses des ersten Betriebsjahres wird Berlins größte zusammenhängende Solaranlage jetzt kräftig ausgebaut. Bis zum Sommer soll im Wasserwerk Tegel eine Modulfläche von knapp 6.000 m² und einer Leistung von rund 560 kWp installiert sein, was etwa eine Verdreifachung der derzeitigen Anlage bedeutet. Zudem wird der Bau von zwei Windrädern mit zusammen etwa 4 MW Leistung auf dem Gelände des Klärwerks Schönerlinde geprüft. Dies flankiert die Anstrengungen der Berliner Wasserbetriebe, Energie für ihre Prozesse zunehmend selbst zu gewinnen. Bereits 43 % des in den Klärwerken benötigten Stroms und 72 % der Wärme werden dort aus der Verwertung des kalorienreichen Klärschlamms in Blockheizkraftwerken bzw. durch Direktverbrennung selbst erzeugt.
Service-Offensive bei der Erstattung von Steuern für Wasser-Anschlüsse
Die Berliner Wasserbetriebe gehen gegenwärtig aktiv auf ihre Kunden zu und zahlen fast 46.000 Berlinern Geld zurück. Grundlage dafür ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs, nach der rückwirkend bis zum Jahr 2000 für den Neubau und die Reparatur von Trinkwasser-Hausanschlussleitungen der reduzierte Mehrwertsteuersatz in Höhe von 7 % an Stelle von 16 % bzw. 19 % angesetzt werden muss.
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2009