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Kopie von Neues Wasser-Tarifsystem ab Juli 2007

Pressemitteilung vom 03.05.2007

Grundpreis bildet Infrastrukturkosten gerechter ab/Kubikmeterpreise sinken

Der Aufsichtsrat der Berliner Wasserbetriebe hat am vergangenen Freitag eine neue Tarifstruktur aus Grund- und Mengenpreisen beschlossen. Sie tritt vorbehaltlich der Genehmigung durch die Berliner Preisprüfungsbehörde ab dem 1. Juli 2007 in Kraft und teilt den bisherigen eindimensionalen reinen Kubikmeter-Tarif auf. Dieses System mit getrennten Preisen für die Vorhaltung der Infrastruktur sowie für die genutzte Menge ist von Strom, Gas und Telekommunikation bekannt und bundesweit in der Wasserbranche Standard.

Der Grundpreis wird sowohl für Trink- als auch für Schmutzwasser berechnet. Ziel ist es, die Kosten für die vorgehaltene Infrastruktur nicht nur separat, sondern auch verursachergerechter auszuweisen. Die Einführung der neuen Tarifstruktur ist für die Berliner Wasserbetriebe aufkommens- und ergebnisneutral. Die Höhe des Grundpreises bemisst sich an der Kapazität des jeweiligen Wasserzählers (Qn) sowie bei den beiden häufigsten Wasserzählern zusätzlich auch an der jeweils abgenommenen Wassermenge.

Mengenabhängige Abschlagsstufen bei den häufigsten Zählern

Das Grundpreismodell ist linear gestaltet. Das bedeutet, dass sich alle Grundpreise am kleinsten Zähler, dem Qn 2,5, mit jeweils 10 Cent pro Tag für Trinkwasser und für Schmutzwasser ausrichten. Von diesem Qn 2,5 (diese Zähler sind für einen Normdurchfluss von 2,5 m³ pro Stunde geeicht und werden grundsätzlich für Ein- bis Vierfamilienhäuser eingesetzt) bilden größere Zähler Vielfache. So wird der Qn 6, der eine 2,4fach höhere Kapazität besitzt, mit 24 Cent berechnet.

Vom Basispreis für die Zählergruppen bis zu den Größen Qn 2,5 und Qn 6 werden - abhängig von der gemessenen Jahresmenge - vier bzw. eine Abschlagsstufe angesetzt (siehe Tabelle). Dies wird dem sehr unterschiedlichen Nutzungsverhalten gerecht. Die beiden Zählerklassen zusammen machen rund 90 Prozent aller Wasserzähler aus.

Mit der Einführung des Grundpreises wird Trinkwasser um 7,0 Cent billiger und kostet dann 2,076 €/m³ netto bzw. 2,221 €/m³ brutto. Das Schmutzwasser ermäßigt sich um 6,4 Cent auf dann 2,487 €/m³.
Die Auswirkungen der Grundpreiseinführung variieren und werden durch die Größe des Wasserzählers, die jeweilige Wohnsituation und die Menge des genutzten Wassers beeinflusst. Je mehr Bewohner sich in einem Haus eine Zu- oder Ableitung teilen, umso günstiger wird es unter dem Strich und umgekehrt. Denn der Grundpreis wird aufgeteilt: Entweder über die Zahl der Wohnungen, über die Größe der jeweiligen Wohnfläche oder über die in jeder Wohnung genutzte Wassermenge. Da über den Grundpreis vorerst nur rund drei Prozent des Umsatzes abgedeckt werden, wird das neue Preissystem in seiner be- oder entlastenden Wirkung für die meisten Berliner Haushalte kaum wahrnehmbar sein.

Ziel: Stabilisierung der Mengen und damit auch der Kosten pro Kubikmeter

Ziel des neuen Preissystems ist es, den seit 20 Jahren anhaltenden stetigen Mengenrückgang abzumildern, der letztlich zu steigenden Kubikmetertarifen führt. Denn die Kosten für die im Gegenzug sogar noch anwachsenden Kanal- und Rohrnetze müssen auf immer weniger Menge umgelegt werden. Ein System aus Grund- und Mengenpreisen für Wasser gab es bis 1986 in Westberlin und bis 1992 im Ostteil der Stadt.

Eine tabellarische Übersicht der einzelnen Grundpreise finden Sie hier.
Weitere Informationen zum Thema entnehmen Sie bitte hier.

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